Liebe Freunde, Familie und Bekannte,
einmal mehr sind wir am Flüge buchen, Packen und uns Verabschieden – das gehört wohl zum Missionarsleben einfach dazu. Mit vielen guten Erinnerung und lehrreichen Erfahrungen schauen wir auf die letzten 4 Jahre Südost Asien zurück, sind aber auch gespannt, was uns in Brasilien erwarten wird.
Donner-Wetter
«Northgap masih terbuka!» Die von Störgeräuschen verzerrte Stimme unseres Funkers, Pak Lendi war in den Interferenzen des HF-Funkgerätes nur knapp hörbar. Dennoch ist die Information essenziell wichtig für Salomo: Der Flugweg zurück in die Stadt führt ihn durch eine hohe Bergkette – und diese ist bereits in sich auftürmende, massive Wolkenberge gehüllt. Mit jeder Minute nimmt die Bewölkung zu, bald wird kein Durchkommen mehr möglich sein! Umso wichtiger ist die aktuelle Wetterinformation, die er gerade erhalten hat: Der «Northgap» Pass ist noch offen.
Schnell nimmt Salomo Kurs auf besagten Pass und findet gerade noch ein Wolkenloch, um hindurchzu «schlüpfen».
Im dahinterliegenden Hochtal ist das Wetter deutlich besser und nur wenige Minuten später setzt er den Heli zum Landeanflug auf das Spital an.
Das unberechenbare Wetter ist eine der grössten Herausforderungen beim Fliegen in den hohen Bergen hier. Immer wieder sind wir Piloten dankbar für unsere Flight-Follower, die bereits eine halbe Stunde vor dem geplanten Flug beginnen, per Funk aktuelle Wetterinformationen von verschiedenen Dörfern entlang der Flugroute zu erhalten. Und immer wieder sind wir auf Gottes Schutz und Führung angewiesen – nur dank seiner Gnade verzeichnet die Helimission kaum Unfälle.
Teamausflug an den Fossile-River
Das Land hier ist reich an geologischen Schätzen, darunter auch an Meeresfossilien, die man bis hoch oben im Gebirge finden kann. Beim kürzlichen Teamausflug besuchten wir einen Fluss, der bekannt für Ammoniten-Fossilien ist. Und wirklich – dort muss man nicht danach suchen, man kann sie einfach einsammeln!
Und selbstverständlich waren auch lokale Einheimische sofort vor Ort um die «Bule» (so werden wir Weissen hier genannt) zu beobachten, wie sie entzückt von einem schwarzen Stein zum nächsten hüpften und diese einander begeistert zeigten. Vom Eifer angesteckt halfen uns die einheimischen Kinder die schönsten und am besten erhaltenen Stücke zu finden. Wir konnten uns kaum wehren, so viele Fossilien drückten sie uns in die Hände.
Sieg der Vergebung
Kürzlich durfte Franziska zwei Medevac-Flüge begleiten. Einer der Einsätze führte sie in ein Dorf, in dem vor vielen Jahren die Frau und die Kinder eines lokalen Pastors ermordet wurden. Er selbst war zu diesem Zeitpunkt in einem Nachbardorf unterwegs. Trotz dieses Verlusts traf er die Entscheidung zu bleiben.
Die Dorfbewohner waren so tief bewegt von seiner Beständigkeit und der Vergebung, dass sie begannen, sich für die Botschaft des Evangeliums zu öffnen. Heute gibt es dort eine Bibelschule, die von den Einheimischen gebaut und geleitet wird, und wo einst die Dorfbewohner ihre Kultobjekte verbrannten, befindet sich jetzt der Helikopterlandeplatz.





