Rotorblettli - unser Newsletter

Neuigkeiten 2023

Auf dieser Seite findet ihr die früheren Rotorblettli aus dem Jahr 2023

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News Oktober 2023

Liebe Freunde, Familie und Bekannte,
Wir haben wieder viel zu erzählen  - und wir freuen uns euch alle bald persönlich wieder zu sehen!

Baby im Anflug!
Lorena darf sich schon bald über ein «Gschwüsterti» freuen! Anfangs März soll es dann so weit sein.
Leider leidet Franziska unter der Schwangerschaftsübelkeit, was ihr viel Energie für den Alltag raubt. Die hier erhältlichen Medikamente halfen leider nicht – als sie den Arzt beim letzten Ultraschall um etwas stärkeres bat, hat er mit einem freundlichen Lächeln wieder die bisherigen Medikamente mitgegeben. Apropos Ultraschall: Die Untersuchungen hier sind etwas anders als in der Schweiz. Alle schwangeren Frauen kommen zu einem «Sammeltermin» und werden der Reihe nach untersucht. Beim letzten Mal mussten wir zwei Stunden warten, bis wir an der Reihen waren! Und falls man bei der Untersuchung noch ein bisschen mehr Auskunft möchte, als ein trockenes «alles in Ordnung» muss man schon explizit nachfragen…

Baby im Anflug

Für den letzten Teil der Schwangerschaft und die Geburt werden wir im Dezember einen Heimaturlaub in der Schweiz antreten. Aktuell sind wir noch auf der Suche nach einer Bleibe (3+ Zimmer Wohnung Umgebung Luzern – Emmen – Rothenburg, am besten möbliert) für die Zeit von Januar bis ca. Juni. Wir sind froh für Hinweise eurerseits, falls ihr etwas wisst!

Besuch aus der Schweiz
Im September kam Franziskas Familie zu Besuch. So konnten sie einen Einblick in unseren Alltag erlangen, uns auf mehreren Ausflügen in die nähere Umgebung begleiten und durften sogar mit dem Helikopter live einen Einsatz miterleben! Wir haben uns auch sehr über die leckeren Mitbringsel aus der Schweiz gefreut: Farmer Müesli, Kambly Güezi, Landjäger, Schoggistängeli und vieles mehr was hier nicht erhältlich ist.

Im Alltag wünscht sich Franziska manchmal, sie könnte einfach in die Migros gehen und eine Fertigpizza oder Tortellini einkaufen, damit sie sich den Alltag erleichtern könnte. Doch Fehlanzeige, das ist hier nicht erhältlich. Wenn sie Pizza machen will, muss sie alles selber machen, denn so etwas wie Pizzateig aus dem Kühlregal sucht man hier vergebens.   

Hoffen das der Heli wiederkommt
Kürzlich durfte Salomo eine interessante Mission fliegen: Eine Missionarsfamilie musste vor rund drei Jahren das Land wegen Covid verlassen und will jetzt wieder in «ihr» Dorf zurückkehren, um die Arbeiten an der Sprachforschung und Bibelübersetzung fortzuführen. Weil ihr Haus nun so lange leer gestanden hatte, wollte zunächst nur der Vater zusammen mit einem Freund hin. Sie wollten schauen, ob alles in Ordnung war, diverse Reparaturarbeiten ausführen und dem Stamm ankündigen, dass bald die Familie nachziehen würde.
Als wir dort landeten – der ehemalige Helilandeplatz glich inzwischen eher einem verwilderten Garten – bot sich den beiden ein desolates Bild: Das Haus war zwar noch abgeschlossen, aber an den Fenstern hatten sich die Dorfleute längst zu schaffen gemacht und sich drinnen umgeschaut; nicht nur mit den Augen… Ganze drei Wochen brauchten die beiden, um wieder Ordnung zu schaffen und ein Zuhause herzurichten. Dabei mussten sie leider auch feststellen, dass das Sattelitentelefon nicht mehr funktionierte und das Funkgerät ebenfalls einen Schaden hatte. So waren sie komplett von der Aussenwelt abgeschnitten! Das Einzige was sie wussten war, dass der Heli am vereinbarten Termin in 3 Wochen wieder hier landen würde um sie abzuholen.
So blickten wir bei unserer Wiederkunft nach den drei Wochen in sehr dankbare Gesichter. Besonders freute sich der Vater seine zweijährige Tochter wieder in die Arme zu schliessen! Ohne den Helikopter wäre das erst viele Tage später möglich gewesen.

Landung im Dschungel

Es brennt!
Nicht alle Geschichten haben ein schönes Ende. Kürzlich mussten wir miterleben wie eines Morgens ein Haus, ein paar Häuser neben unserem, lichterloh brannte! Wie wir durch einige der vielen schaulustigen mitbekommen konnten, hatte sich am Vorabend folgendes ereignet: Eine Frau aus dem Quartier hatte in der Lotterie etwas Geld gewonnen. Aus purer Eifersucht wurde sie aber leider kurzerhand ermordet! Nun rächte sich ihre Familie für den Mord, indem sie dem Straftäter sein Haus anzündete.

Hausbrand

So läuft das hier – Rache, Vergeltung und Wiedervergeltung. Ein teuflischer Kreislauf der nicht endet. Diese Menschen hier müssen von der Liebe Gottes hören, die bedingungslos ist und keine Vergeltung sucht. Nur so kann jemals echter Frieden einkehren.

Wir wünschen euch allen diesen Frieden!


News Juli 2023

Liebe Freunde, Familie und Bekannte,
Ein Dieb im Garten, leere Wassertanks und ein Heliflug für Franziska – Wir haben viel erlebt, seit wir euch das letzte mal geschrieben haben!

Home swe(a)t home
Im letzten Rotorblettli haben wir uns über unsere vollen Wassertanks gefreut… aber leider nur für kurz! Als wir ein paar Wochen später von einem Nachmittags-Ausflug zurück kamen, hörten wir ein komisches Geräusch aus dem Garten: Die Wasserpumpe lief pausenlos, aber Wasser kam keines mehr aus dem Hahn. Ein Blick in die Tanks bestätigte unsere Befürchtung – alles leer!
In unserem Haus schien alles dicht zu sein, nirgendwo gab es eine Überschwemmung. Aber die mehreren tausend Liter Wasser mussten ja irgendwo hingeflossen sein? Gleich neben unserem Haus ist das Häuschen von unserem Wächter/Gärtner, auch dieses ist an unser Wassersystem angeschlossen. Ein Blick in das dortige Badezimmer bestätigte das Malheur – der Hahn war voll aufgedreht, die Wanne überlaufen, aber niemand war da! Weil gerade Wochenende war und unser Wächter frei hatte, war er vermutlich jemanden besuchen gegangen und wollte vorher noch ein Bad nehmen. Wollte. Leider hat er es dann wohl vergessen und ist abgereist…

Wassertanks

Unser Garten mit den drei 1'200 Liter Regenwassertanks (neben dem Hühnerstall). Der kleinere Reservetank auf dem Wasserturm sorgt für Druck in der Leitung bei Stromausfall.



Alles was wir noch hatten war ein kleines reserve-Fass auf dem Wasserturm; damit mussten wir nun die nächsten Tage «überleben», bis es hoffentlich wieder regnete. Nur dass gerade die Trockenzeit angefangen hatte!
Habt ihr euch schonmal überlegt weshalb wir in der «westlichen Welt» nur selten Wunder erleben? Vielleicht haben wir das dort einfach nicht mehr so nötig… Aber am Ende der Welt braucht man die noch ;-) Und so blieb uns nichts anderes als beten.
In der folgenden Nacht konnten wir Gott-sei-dank fast 1000 Liter Wasser sammeln, um unsere Tanks wieder zu einem guten Teil zu füllen, trotzt Trockenzeit!

Ungebetene Gäst
Dankbar sind wir auch für unsere Hühner. Jeden Morgen durften wir zwei bis drei frische Eier entgegennehmen!
Eines Morgens waren aber nur noch zwei statt drei Hühner im Stall. Bei näherer Betrachtung mussten wir feststellen, dass der Stall in der Nacht aufgebrochen worden war und sich jemand an unseren Hühnern bedient hatte! Salomo reparierte und verstärkte daraufhin den Stall, installierte eine Überwachungskamera und unser Wächter half mit, die Mauer hinter dem Haus mit Nägeln und Scherben zu «schmücken» damit ein allfälliger weiterer Einbruch bedeutend schwieriger würde.
Nur eine knappe Woche verging, da fiel uns auf, dass die Kamera schräg hing! Beim Durchsuchen der Aufnahmen sahen wir, dass uns trotz der neuen Sicherheitsmassenahmen erneut jemand einen nächtlichen Besuch abgestattet, und sich dabei auch an der Kamera zu schaffen gemacht hatte! Allerdings war der Hühnerstall nun zu stabil, um ihn mit blossen Händen aufzubrechen, und so musste der Täter diesmal unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Dieb

Erwischt! Die Überwachungskamera hat den Dieb erfasst.



Beim Versuch das Grundstück über einen herunterhängenden Ast wieder zu verlassen, ist dieser abgebrochen und der Dieb hat sich vermutlich ein eher schmerzliches Souvenir mitgenommen. Einige Nägel fehlten an der Stelle auf der Mauer. Seither hatten wir jedenfalls keine weiteren ungebetenen Gäste mehr im Garten!
Inzwischen haben wir zusätzlich auch noch ein Flutlicht mit Bewegungssensor installiert, das sollte nun hoffentlich genügend abschreckende Wirkung haben.

Elterbesuch
Im Mai kamen uns Salomos Eltern für zwei Wochen besuchen. Wir freuten uns, ihnen unser  Zuhause zu zeigen, und vor allem Lorena genoss es sehr mit ihren Grosseltern Büechli anzuschauen. Dank ihrer langjährigen Auslanderfahrung fanden sie sich schnell zurecht und konnten viele Parallelen zu ihren früheren Aufenthalten in Afrika ziehen.

Interview mit Andy Owen, Pastor CZZ
Kürzlich hat unsere Kirche, das Christliche Zentrum Zollhaus in Luzern, mit uns ein Interview über unsere Arbeit gemacht! Wenn ihr interessiert seid einen etwas tieferen Einblick in unsere Arbeit zu erhalten, dürft ihr das Interview gerne anschauen. (Der link ist nur im PDF - Rotorblettli verfügbar)
Aus Datenschutzgründen wird das Video nur bis ende Monat online sein.

Ein Heliflug für Franziska
Franziska durfte kürzlich einen Medevac (Medizinischer Evakuierungsflug) begleiten. Die Patientin aus einem Dorf im Norden hatte nach der Geburt eine Entzündung erlitten und musste dringend ins Spital. Der rund 15-minütige Heliflug ersparte ihr einen mehrtägigen Fussmarsch über zwei Pässe, der für sie in dem Zustand kaum machbar gewesen wäre.
Franziska konnte durch diesen Flug einen wertvollen Einblick in Salomos Arbeit erhalten.

Copilotin Franziska
Besuch im Buschdorf

News April 2023

Liebe Freunde, Familie und Bekannte,
Wir sind an unserem Ziel angekommen! Wie unser Start verlief und wie anders die Kultur hier ist erfahrt ihr in diesem Rotorblettli.

Home swe(a)t home
Aufgrund von Unruhen an unserem Zielort mussten wir etwas länger als geplant in der Hauptstadt verbringen. Dafür war die Kiste mit unserem Haushalt schon da als wir schlussendlich dort ankamen, und wir konnten direkt mit auspacken beginnen. Mit Freude haben wir festgestellt, dass alles unbeschadet die lange Reise überstanden hat – Puji Tuhan sagt man hier, was übersetzt «Gott sei Dank» bedeutet.
Lorena erkundet gerne den kleinen Garten vor unserem Haus. Unglücklicherweise verwandelt sich dieser regelmässig in einen Gartenteich denn momentan regnet es fast täglich. Freude am Regen haben dagegen unsere Wassertanks – Jetzt gegen Ende der Regenzeit sind sie randvoll. Da es hier keine staatliche Wasserversorgung gibt, sammeln wir all unser Wasser übers Dach in grossen Fässern: Rund 4'000 Liter insgesamt.
Obwohl an sich schon recht sauber, filtern wir das Wasser, das wir trinken wollen, noch mit einem Keramikfilter.

Unser Garten

Kulturwechsel
Obschon die Insel politisch ebenfalls zu Indonesien gehört, ist die Kultur deutlich verschieden zu Java wo wir die Sprachschule absolviert haben.
Dies fällt sofort auf: Die Menschen hier sind viel direkter, nicht so sehr auf gegenseitige Ehrerweisung bedacht. So kommt es hier und da vor, dass Franziska auf dem Markt von Bettlern oder Strassenkindern regelrecht «verfolgt» wird. Auch auf der Strasse hört man oft ein «Hey Mister» oder ein Pfeiffen, weil man(n) mit heller Haut halt einfach auffällt. Auf uns wirkt das nicht gerade höflich oder politisch korrekt, aber böse gemeint ist es nicht. Viele sind einfach nur stolz ein Wort auf Englisch vordemonstrieren zu können.

Arbeit
Ende März hat Salomo mit seiner Arbeit im Hangar begonnen. Pilot heisst hier aber nicht nur einfach fliegen! Jeder Mitarbeiter ist für mehrere Aufgabenbereiche verantwortlich, uns so durfte Salomo zunächst einmal eine Waschmaschine reparieren. Ja auch solche Sachen müssen gemacht sein, damit der Alltag funktioniert :-)
Dann ging es doch noch ins Cockpit. Zunächst aber noch zusammen mit einem erfahrenen Piloten.

Landeanflug

Der erste Flug, der rund eine Stunde in den südöstlich Teil der Insel führte, zeigte auch schon warum – viele Sachen besonders rund um das fliegen selber müssen komplett neu gelernt werden! Ein paar Beispiele: Wie finde ich ein Dorf mitten im dichten Wald, das auf keiner Karte verzeichnet ist? Wie findet man heraus wer nun eigentlich die Passagiere sind, wenn das halbe Dorf gleichzeitig in den Heli sitzen möchte? Wie erkläre ich dem Patienten, dass sein kleines Kind eventuell nicht als einzige Begleitperson geeignet ist (im Spital muss jemand dem Patienten das Essen bringen, das ist hier nicht inklusive!)?

Geschenkuebergabe

Der zweite Flug führte in ein kleines Buschdorf, oben auf einem Hügel, umgeben vom Regenwald. Die Menschen dort hatten eine neue Kirche gebaut und luden zur Einweihung Pastoren und wichtige Leute aus der nahegelegenen Stadt ein. Wobei – nahegelegen ist relativ: Der beschwerliche Weg hätte zu Fuss bestimmt zwei Tage gedauert, mit dem Heli waren's 12 Minuten. Vor Freude, dass wir ihnen dies mit dem Heli ermöglichten, bekam Salomo ein besonderes Geschenk: Einen lebendigen Hahn!
Während die Einweihungsfeier im Gange war, stand noch gleich ein MedEvac (Medizinischer Evakuierungs-Flug) an: Von einem anderen Dorf in der Region wurden drei Patienten gemeldet die dringend ins Spital mussten. Dieses war ohne Heli kaum zu erreichen. Malaria und ein geknickter, eventuell gebrochener Fuss sind nicht gerade hilfreich bei einem zweitägigen Fussmarsch in dieser Gegend.

Typisches Buschdorf

Den Hahn haben wir nun zu unseren drei Hühnern in den Stall genommen. Wenn er nicht zu laut schreit, darf er auch noch eine Weile da bleiben :-)


News Februar 2023

Liebe Freunde, Familie und Bekannte,
Einmal mehr heisst es für uns «Zügle». Nachdem wir am Ende der 6-monatigen Sprachschule unsere Zertifikate in Empfang nehmen durften, geht die Reise jetzt weiter an unseren Einsatzort.

Abschlussfoto

Familynews
Anfangs Februar durften wir Lorena's ersten Geburtstag feiern. Mami Franziska hat ihr feine Bananenmuffins gebacken.

Erster Geburtstag

Packen
Bereits während der letzten Schulwoche haben wir angefangen unser Hab- und Gut in Kartons zu verpacken. Empfindliche Sachen wie Kleider oder Lebensmittel mussten wir in Plastik einschweissen um sie vor Schimmel zu schützen, denn die über 3'000km lange Reise dauert mehrere Wochen. (Ja, Indonesien ist ungefähr so gross wie ganz Europa!)

Mehl verpacken

Rares Gut: Vollkornmehl ist dort wo wir hingehen nicht erhältlich, daher nutzen wir die Gelegenheit und packen ein paar Kilo mit ein.



Am späten Abend des 15. Februars war es dann so weit. Ein Lastwagen fuhr vor und 9 kräftige Männer halfen uns die mehrere hundert Kilo schwere Fracht auf den Lastwagen zu hieven. Am Hafen wird unsere Ware dann in einen Hochseecontainer verladen und per Schiff zur Insel transportiert. Von dort aus geht’s erneut per Lastwagen weiter zum Flughafen, und die letzte Strecke muss unser Haushalt dann sogar per Flugzeug zurücklegen: Unser Ziel liegt mitten im Dschungel und ist nur aus der Luft erreichbar!
So hiess es auch für uns Abschied nehmen. Bevor wir selbst ins Flugzeug sitzen und an unseren Einsatzort fliegen, verbringen wir noch zwei Wochen in der Hauptstadt. Hier muss Salomo ein paar Prüfungen ablegen um in Indonesien anschliessend Helikopter fliegen zu dürfen.

Unser Haushalt gut verpackt