Rotorblettli - unser Newsletter

Neuigkeiten 2024

Auf dieser Seite findet ihr die früheren Rotorblettli aus dem Jahr 2024

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News Dezember 2024

Liebe Freunde, Familie und Bekannte,
An die Weihnachtsstimmung erinnern hier in der Stadt nur die Dekorationen in den Läden, nicht so die Temperaturen – und schon gar nicht die Menschenmassen, die für die anstehenden Wahlen hierher gekommen sind. Mit Pfeil und Bogen und Macheten ausgerüstet, für den Fall, dass das Wahlergebnis nicht nach ihrem Gusto ausfallen würde.
Wir wünschen euch allen eine etwas weniger action-geladene Weihnachtsstimmung ;-)

Bis(s) auf die Zähne bewaffnet
Wöchentlich – und besonders auch auf die Wahlen hin – hören wir von Diebstählen, Einbrüchen, Brandstiftungen und blutigen Demonstrationen hier bei uns in der Stadt. So ist es trotz den Mauern um unser Haus oft schwer in den Schlaf zu finden – sind die Männerstimmen morgens um 2 Uhr aussen vor dem Tor nur ein paar betrunkene die vorbeigehen, oder vielleicht doch mit Macheten bewaffnete Einbrecher, die demnächst übers Tor klettern? Zwar haben wir einen Wächter, der uns beschützen soll, aber auch der schläft mal oder ist übers Wochenende nicht da. So waren wir schon länger auf der Suche nach einem Wachhund, der gross genug ist um Eindruck zu machen, aber klein genug und freundlich, um unseren Kindern nicht gefährlich zu werden: Eine Herausforderung!
Mehrere Monate mussten wir uns gedulden, bis wir den halb-Husky namens Simba fanden, der zum Verkauf ausgeschrieben war.

Unser neuer Hund

Einmal bei uns angekommen, sorgte der knapp 2-jährige, total freundliche, aber mit messerscharfen Zähnen ausgestattete Vierbeiner für viel Furore. Der anfängliche Versuch ihn anzubinden endete bereits nach rund 10 Sekunden – die nagelneue Leine war in Fetzen gerissen und der Hund in wilder Jagd auf unsere Hühner, die zum Glück hinter Gitter waren. Abhilfe schuf ein ausgeliehenes Stahlseil, das den Zähnen dann doch genug Widerstand bot.
Über mehrere Wochen lernten wir uns gegenseitig immer besser kennen und Simba hat gelernt welche Regeln bei uns gelten – auch wenn noch sporadisch ein Blumenbeet umgegraben wird, oder ein ausgebüxtes Huhn unsern kleinen Wolf leider nicht überlebte.

(R)aus dem Alltag
Wir freuten uns sehr, kürzlich einen Teamausflug ausserhalb der Stadt zu machen. Die Kinder konnten im Bach baden und Staumauern bauen, die Erwachsenen die schöne Natur und ein paar feine Snacks geniessen.

Ausflug an den kleinen Fluss

Flight-OPS
Zu den Aufgaben von Salomo gehören nebst den Heliflügen bei denen er selbst fliegt, auch die sogenanten Flight-Operations. Während jeweils einer Woche ist er dafür zuständig, die Einsatz-Helikopter morgens auf die Helipads herauszuschieben, entsprechend den Flügen zu betanken, und die Piloten bis zum Abflug zu unterstützen.
Während die Helikopter dann im Einsatz sind, werden im und um den Hangar Aufgaben ausgeführt wie z.B. die Tankstellenpumpe und den Generator zu unterhalten, Benzin und Öl nachzufüllen und den Füllstand des Kerosentanks zu überprüfen. Etwa einmal im Monat wird neuer Treibstoff nachgeliefert: Dieser kommt in 200 Liter Fässern per Lastwagen und muss anschliessend manuell, Fass für Fass, in den grossen Tank umgepumpt werden. Eine wichtige Aufgabe, denn ohne funktionierende Infrastruktur und sauberen Treibstoff fliegt bald kein Heli mehr!

200L Fässer mit Kerosen

Nachschub für den Missionar
Ein bestimmter Flug Ende November blieb in besonderer Erinnerung; Salomo Flog den Heli in einem ein-einhalbstündigen Flug in die Hafenstadt, um von dort in mehreren Shutteln über eine Tonne Material und «westliche» Esswaren in den Dschungel zu fliegen: Zu einem Missionar, der dort kurz vor der Fertigstellung der Bibelübersetzung in die lokale Sprache steht. Voller Erleichterung begrüsste ihn der Missionar, der die Lieferung mit Sehnsucht erwartete: Er hätte die letzten Wochen fast nur noch von Haferflocken gelebt, da die anderen Lebensmittel ausgegangen waren! Wegen schlechten Wetters konnte der Heli aber nicht früher kommen.
Der Missionar hatte kürzlich in der Bibel vom Volk Israel während der Wüstenwanderung gelesen: 40 Jahre lang Manna und Wachteln, das muss den Leuten wohl auch auf die Laune gedrückt haben. So versuchte er dankbar zu sein, doch nur für wenige Wochen auf seiner Haferflockendiät zu sitzen. Aber gefreut hat er sich dann schon sehr, über den anfliegenden Heli!

Wann waren wir das letzte Mal dafür dankbar, das Regal in der Migros oder im Coop überfüllt mit Köstlichkeiten anzutreffen? So oft nehmen wir unsern Alltag als selbstverständlich wahr...

Weihnachtsessen im Papua-style
Als Dankeschön für ihren Einsatz wurde für die Mitarbeiter ein grosses Weihnachtsessen veranstaltet. Beim sogenannten «Bakar Batu» werden im Feuer aufgeheizte Steine zusammen mit Gemüse, Wildschweinfleisch und Süsskartoffeln im Boden vergraben und so während mehreren Stunden gekocht. Während dieser Zeit machten wir einige Spiele, sangen Lieder und genossen die Gemeinschaft. Das anschliessende Essen fand am Boden statt: Mit blossen Fingern wurde aus dem «Essensberg» einfach das herausgefischt was lecker aussah. Tatsächlich schmeckte es nicht schlecht, wenn auch wir uns beim Fleisch etwas zurückhielten. Bei dieser Kochmethode wird das Fleisch möglicherweise nicht wirklich durchgekocht, und wir wollten unsere Mägen doch nicht zu sehr überfordern (siehe letztes Rotorblettli...)

traditionelles Essen

News September 2024

Liebe Freunde, Familie und Bekannte,
Die ersten drei Monate zurück in unserem Einsatzland waren abwechslungsreich und manchmal auch etwas herausfordernd.

Ein neues Haus
Schon kurz nach unserer Ankunft durften wir in das neue Haus umziehen, das geräumiger und moderner ist und einen grösseren Umschwung hat. Wir freuten uns sehr darüber und geniessen den etwas höheren Lebensstandard! Aber eben dieser Umschwung war noch unbearbeitet und kahl, der Rasen wurde erst ein-zwei Monate vor unserer Ankunft gepflanzt und braucht hier Monate, bis er eine schöne grüne Fläche bildet. (Eine tropische Grassorte, die auch die Trockenmonate gut übersteht, dafür nur sehr langsam wächst…)
So ist unsere Aussicht auf den Garten noch immer etwas trist.

Unser neues Haus

(R)aus dem Alltag
Nicht jeder Heliflug verläuft nach Plan! So war Salomo Mitte August unterwegs in ein Dorf im tiefergelegenen Sumpfgebiet, um Material für eine neue Kirche dorthin zu fliegen. Doch schon kurz nach der Landung wurde das Dorf in dichten Nebel gehüllt, welcher sich erst am nächsten Tag wieder lichtete und den Rückflug ermöglichte. So «durfte» er eine Nacht im Dorf erleben. Zum Glück ist im Heli immer auch ein Wasserfilter mit dabei, und jeder Pilot hat seinen «Go-Bag», mit Schlafsack, aufblasbarer Matratze und Moskitozelt dabei. Um diese Accessoires war er in der Situation sehr froh!

Heli im Nebel
ein Wildschwein im Dorf

Ein weiteres Highlight war ein Flug anfangs September in das westliche Gebiet, rund eineinhalb Flugstunden von der Basis entfernt. Per Flugzeug wurde eine deutsche Missionarin und ihr Material in ein nahegelegenes Dorf mit Landebahn eingeflogen. Salomo durfte in mehreren Shutteln sie, und mehrere hundert Kilogramm Material in das Dorf fliegen, wo sie momentan die Sprache am Lernen und die Bibel am übersetzen ist – auch diese Menschen sollen bald von Jesus hören!
In all dem Sprachendurcheinander war es interessant und fast schon speziell, einfach auf Deutsch miteinander reden zu können.

Impfung mit Umwegen
Ende August flogen wir in die Küstenstadt, um Manuel impfen zu lassen. Im Vorfeld erforderte es Franziska einiges an Aufwand, um herauszufinden wo die Impfungen, die Manuel benötigt, erhältlich sind. So bedurfte es einen 30- minütigen Flug in die Küstenstadt. Franziska reiste mit den Kindern allein, da Salomo sich bereits dort aufhielt für seinen obligatorischen Medical check. Am nächsten Tag warteten wir um 9 Uhr auf die Ärztin. Wir waren angespannt, denn hier kann es schnell vorkommen, dass die Ärzte um Stunden verspätet erscheinen und unser Flug zurück nach Hause würde nicht warten. Zudem bekam uns das Essen vom Vorabend nicht und wir litten unter den Folgen einer Lebensmittelvergiftung, sprich Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Die Ärztin erschien jedoch recht pünktlich, der Impfstoff war verfügbar und mit unserer letzten Energie konnten wir wieder zurückreisen.

Franziska und die Kinder im Flugzeug

We're on social media
Wer unseren Alltag aktueller mitverfolgen möchte, darf uns gerne auf Instagram folgen; dort findet ihr all diese und noch viele weitere Erlebnisse als Wochenrückblick-Videos.

Unser Instagram Profil: jungle_copter

Instagram logo

Natürlich versenden wir auch weiterhin alle paar Monate unser Rotorblettli mit Geschichten, Fotos und Erlebnissen.


News Juni 2024

Liebe Freunde, Familie und Bekannte,
unser erster Heimaturlaub neigt sich dem Ende zu, wir sind am Packen, Koffer wägen, Flüge buchen… Was wir in den letzten Monaten hier in der Schweiz erlebt haben und wie unsere Zukunftspläne aussehen, erfahrt ihr hier.

Family news
Seit dem 5. März sind wir als Familie zu viert unterwegs! Unser jüngstes Familienmitglied heisst Manuel. Lorena freut sich sehr über ihren Bruder und unterhält ihn gerne. Im Gegenzug bekommt sie hier und da sein Fäustchen ins Gesicht und kommt dann ganz aufgebracht zu uns, um uns von dieser Ungezogenheit zu erzählen!

Familie Lehmann

Das Abenteuer geht weiter!
Am 15. Juni starten wir wieder Richtung Südost-Asien. Mit einem fröhlichen Auge sehen wir unserem Team und Freunden dort entgegen, mit einem weinenden Auge schauen wir auf eine gute Zeit in der Schweiz, mit all den Luxus-Vorzügen die unser Land bietet, zurück.
So sind wir einmal mehr am (Kinder-)kleider sortieren und unsere Koffern packen.

Kleider packen

We go social media
Wir möchten gerne unseren Alltag persönlicher, direkter und öfters mit euch teilen als dies per Rotorblettli möglich ist. So haben wir entschlossen, einen Versuch mit Instagram zu starten: Wir planen regelmässig einen Rückblick zu posten, damit ihr mitbekommt, was bei uns in der vergangenen Woche so gelaufen ist.
Damit wir freier erzählen und filmen dürfen, ist das Profil privat; d.h. wenn ihr uns auf Instagram folgt, müssen wir euch erst annehmen. Falls wir euch nicht (er-)kennen, schreibt uns doch kurz ein E-mail wer ihr seid, damit wir euch auch annehmen können.

Unser Instagram Profil: jungle_copter

Instagram logo

Für alle ohne Instagram: Das Rotorblettli versenden wir weiterhin alle paar Monate mit Geschichten, Fotos und Erlebnissen.

Foto- und Filmnachmittag
Über 100 Personen durften wir zu unserem Foto- und Filmnachmittag begrüssen und ihnen von unserer Arbeit berichten. Das grosse Interesse hat uns sehr gefreut! Neben diesem Anlass durfte Salomo auch im «Youth United» der Zollhaus-Kirche über das Thema Berufung sprechen, und so duzende Jugendliche motivieren den Weg zu suchen und zu gehen, den Gott in ihrem Leben vorbereitet hat.

Wir freuten uns über viele viele persönliche Einladungen und Besuche – und konnten leider nicht auf alle eingehen. Wir kommen aber wieder mal zurück in die Schweiz: Wenn es also diesmal nicht geklappt hat, dann vielleicht beim nächsten Mal!


News Januar 2024

Liebe Freunde, Familie und Bekannte,
Wir hoffen ihr seid alle gut ins 2024 gestartet! Wir sind inzwischen wohlbehalten in der Schweiz angekommen und freuen uns auf die Geburt unseres zweiten Kindes.
Zunächst aber noch ein paar Erlebnisse aus dem Südosten:

Allrounderprojekte
Einem von der Helimission neu gebauten Haus fehlte noch die Küche. So durfte Salomo sich diesem Projekt annehmen und die Küche von Grund auf konstruieren und bauen. Die lokalen Mitarbeiter halfen dabei motiviert mit, wenn auch zunächst noch ein paar Gespräche zum Thema Massgenauigkeit geführt werden mussten: Damit die Küche am Schluss auch schön zusammenpasst, reicht es eben nicht, wenn die einzelnen Schränke nur so plus minus ein paar Zentimeter mit dem Plan übereinstimmen…
Die Mitarbeiter waren aber gerne bereit was Neues zu lernen und fanden das Ergebnis dann doch «luar biasa» was etwa mit «aussergewöhnlich schön» übersetzt werden kann.
Einer der Schreiner war sogar so beeindruckt, dass er Salomo um die Pläne gebeten hat – er wolle bei sich zuhause die Küche genau so nachbauen!

K&uumlche im Bau

Schwindelfrei
Das lokale Internet in der Stadt ist viel zu langsam und unzuverlässig. So wird schon seit einigen Jahren auf Satelliten-Internet gesetzt, welches beim Hangar empfangen und per Richtstrahlantennen zu den einzelnen Mitarbeiterhäusern in der Stadt verteilt wird. Um diese Verbindungen zu verbessern, wurde kürzlich ein neuer, grosser Antennenturm gebaut und Salomo durfte mithelfen, die einzelnen Antennen vom alten kleinen, an den neuen grossen Turm zu installieren. Er war froh um den Winden-Abseilgurt aus dem Helikopter, der etwas zweckentfremdet als Klettergestältli hinhalten musste: Immerhin ist der Antennenmast 19m hoch!

Antennenturm

Damit das Internet auch bei den vielen Stromausfällen zuverlässig funktioniert, wird der Antennenturm mit Solarstrom versorgt. Salomo designte dazu das Verteilertableau, hier erstmals für die Verwendung mit modernen Lithium- (LiFePO4) Akkus, die einige Jahre länger als herkömmliche Blei-Akkus einsatzfähig sein werden.

Verteiltableau

(r)aus dem Alltag
Die Helimission ist nun schon seit 25 Jahren in diesem Land tätig! Dieses Jubiläum wurde im November ausgiebig gefeiert. Zusammen mit allen lokalen Mitarbeitern wurden wir in ein Hotel in einer grösseren Stadt eingeladen, durften dort an diversen Sessions und Meetings teilnehmen und wurden kulinarisch verwöhnt. Auch genossen wir es wieder mal nur «Touristen» sein zu dürfen und für einmal nicht auf der Strasse angestarrt zu werden wie dies in unserer Stadt ganz oft gemacht wird – einfach weil wir eine weisse Hautfarbe haben.
Im Anschluss an die Feier kehrten wir nochmals für kurze Zeit nach Hause zurück, um umzupacken und uns auf unseren Heimaturlaub vorzubereiten

Home sweet home
Nach 4 Flügen und rund 20 Stunden Flugzeit geniessen wir es wieder Schweizer Boden unter den Füssen zu haben! Was uns vor allem auffällt ist die Sauberkeit und Ruhe. Während sich bei unserem Einsatzort der Müll auf dem Trottoir und der Strasse türmt, um anschliessend vom tropischen Regen in den Kanal gespült zu werden – muss man in der Schweiz schon fast suchen, um auch nur ein Papierchen am Boden zu finden! Und das Schoggiregal in der Migros kam uns beim ersten Einkauf vor wie das Schlaraffenland :-)
Die nächsten paar Wochen verbringen wir damit Einkaufslisten abzuarbeiten: Dinge die wir entweder vermisst, die nicht oder nur schwer erhältlich sind an unserem Einsatzort.

Schoggiabteilung der Migros

Der Platz hier reicht nicht um von all unseren Erlebnissen zu berichten – und ihr habt bestimmt auch viele Fragen! Wir planen dann nach der Geburt einen Film-, Foto- & Erzählabend zu veranstalten, zu dem ihr alle herzlich eingeladen seid. Wir werden das genaue Datum noch bekannt geben.

Bis bald!